Unterm Strich zu wenig

Umstellung auf Sommerzeit und bestes Frühlingswetter waren nicht die einzigen Themen am heutigen Sonntag. Denn heute stand wieder einmal ein Heimspiel für unsere Blauen an. Es gastierte die Spvgg Heinriet, ein bestens bekannter Gegner aus vergangenen Tagen. In Weinsberg hatte sich zuvor das Personalkarussel gedreht: Die Funktion des Chef-Trainers wird bis zum Saisonende Daniele Sica ausüben. Nach durchwachsenem Rückrundenauftakt und einigen Spielabsagen, waren alle Zuschauer gespannt auf das heutige Angebot der Mannschaft.


Mit Spielbeginn war die heutige Marschroute klar. Beide Mannschaften wollten über starke körperliche Präsenz und Zweikampfbereitschaft zum Erfolg kommen. Es gestaltete sich eine ausgewogene erste Hälfte, bei der die Gäste, von Sportheimseite Richtung Zubringer spielend, die erste gute Chance verzeichnen konnten. Der Schuss verfehlte allerdings das Weinsberger Gehäuse. Besser machte es der TSV, der nach Rücklage auf Kostia Goncharik und dessen Unterlattenkracher aus ca. 10 Metern die Führung markieren konnte (10. min). Nun schien es zunächst als sollte die vermeintlich bessere Spielanlage unseres Teams den weiteren Weg ebnen, aber Heinriet wurde immer stärker, erspielte sich mehrere Gelegenheiten und kam so verdient zum 1:1 Ausgleich nach einem Freistoß von rechts außen nahe der Grundlinie, gefolgt von "Straftraum-Gestocher" und einem ärgerlichen erfolgreichen Torabschluss (40. min). Szenenwechsel: Nach einem Traumpass von Dominik Kempf auf Jonas Frisch, stockte allen der Atem, in Erwartung der kommenden Großchance, bis Frisch, sich an den Oberschenkel greifend, den Sprint nicht mehr zuende bringen konnte, die Chance verpuffte und jener verletzt das Feld verlassen musste. Dann Pause.


Der Wechsel brachte neue Energie ins Weinsberger Spiel. Gekommen war nun auch Durmus Türk, der in seiner typischen Art immer wieder für gewonnene Zweikämpfe sorgen konnte. Der TSV war nun das bessere Team, erspielte immer wieder gute Angriffe, während Heinriet nur noch Gelegenheitsentlastung schaffte. Dann das Kuriosum des heutigen Spiels: Angriff über die linke Seite, Pass auf Kosta Goncharik, bereits etwa 10 Meter jenseits der Mittellinie, der Ball höchstwahrscheinlich im Aus, wie auch von unserem Linienrichter durch Heben der Fahne bewertet, doch der Schiedsrichter lässt weiter laufen, hat den Linienrichter nicht im Blick, es läuft eine sensationelle Ballstaffette über Goncharik und Schneiders, es fällt das Tor für Weinsberg unter heftigster Reklamation der Gäste. Das Tor zählt. Oder nicht? Zunächst fliegt der bis dahin überragend auftretende Spielmacher der Gäste mit einer roten Karte vom Feld. Verbale Entgleisung. Es folgt das persönliche Gespräch zwischen Schiri und Linienrichter. Kurze Ungewissheit. Dann Aberkennung des Treffers, nachdem von Weinsberger Seite erneut auf den Fehler hingewiesen wurde. Unverständlicherweise entgleisten hier die Emotionen einiger Gästespieler gegenüber unseres Assistenten, der völlig regelkonform und eben zugunsten der Heinrieter die Fahne angehoben hatte. Weiterer Spielstand also 1:1.


Heinriet sammelte nun noch mehr denn zuvor gelbe Karten, während Weinsberg das Spiel, nun auch in Überzahl, nach Belieben dominierte. Das alles allerdings bei mangelhafter Chancenverwertung. Und nachdem etliche Hochkaräter dann vergeben waren, griff die allseits bekannte alte Fussballerweisheit, gemäß derer, derjenige den Treffer markiert, der eigentlich zuvor unterlegen war. So gelang den Gästen, nach einer kleinen Unachtsamkeit auf Weinsberger Seite, wie aus dem Nichts die Führung (80. min).


Schlimmes ließ sich erahnen, könnte man doch womöglich die Punkte verspielt haben. Heinriet witterte nun natürlich die Riesenchance, doch auch der TSV steckte nicht auf. Es musste dann allerdings erst ein Elfmeter her, den der überragende Steven Schneiders durch eine wunderbare Einzelleistung herausholen konnte, als nur noch ein Foul ihn im 16er stoppen konnte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Carsten Fischer souverän im rechten Eck (90. min). Abschließendes Sturmlaufen. Weinsberg wollte nun unbedingt doch noch den Dreier. Dabei musste man aber trotz Überzahl aufpassen. Die Gäste hatten gezeigt, dass sie durchaus aus wenig viel machen können. Ein, zwei sehr gute Gelegenheiten sollten es noch sein, dann allerdings war die Partie beendet.


Schade. Heute war mehr drin für unsere Jungs. Nichtsdestotrotz war der Unterhaltungswert am Stämmlesbrunnen hoch. Ein Spiel, das in weiten Teilen auch von seinen Emotionen lebte, fand am Ende keinen Gewinner. Die Gäste dürften, insbesondere nach der Unterzahl, letztlich mit dem Punkt zufrieden sein, Weinsberg muss letztlich zwei Punkten hinterherweinen. Dennoch war das spielerische und kämpferische Angebot unseres Teams heute ordentlich und wurde so auch von den Zuschauern gewürdigt.


Es spielten: Böllinger - Sacchi, Fischer, Siegmann, Beckbissinger (Kaulitzky) - Kempf, Reiff, Frisch (Bonkowski), Goncharik, Schneiders - Ranieri (Türk)

 

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wir bewegen weinsberg