Zu den Gründungsabteilungen des TSV kann sich die Tischtennis-Truppe zwar nicht zählen, aber bereits seit 1948 versuchen Generationen von Weinsberger Sportlern mit großer Begeisterung, den kleinen weißen Ball einmal mehr über das Netz zu spielen als der Gegner. Dass dies bei der Schnelligkeit des Spiels und den zahlreichen Schnittvariationen alles andere als einfach ist, macht den besonderen Reiz des Ping-Pong-Sports aus, der deshalb auch seine Anhänger auf der ganzen Welt findet.

Nachfolgend wird die Weinsberger TT-Geschichte erzählt, die neben zahlreichen tollen Erfolgen natürlich auch Rückschläge und Enttäuschungen zu bieten hat, wie das eben so ist im richtigen Leben und über eine so lange Zeit.

1. Die ersten Jahrzehnte im Zeitraffer

Mit 82 Jahren bekommt der TSV nochmals Nachwuchs – ab 1948 wird in Weinsberg auch geschmettert.
Schon 1951 die erste Meisterschaft – Aufstieg in die Bezirksklasse.
Früher ging’s auch ohne Quote – 1952 meldet der TSV Weinsberg eine TT-Damenmannschaft.
Es geht voran – 1960 Aufstieg der Herren in die Verbandsliga.
Die Spitze ist nicht lange zu halten – in den Sechzigern Rückfall bis zur Bezirksliga.
Die goldenen Siebziger – Trainer-Ass Walter Tränkle führt Reiner und Mathias Brenner, Gunter Schmidt, Jochen Epperlein und Peter Welz an die süddeutsche Spitze!
Weinsbergs Junge Wilde holen Titel um Titel, verpassen aber 1977 ganz knapp den Aufstieg in die 2. Liga Süd – die Mannschaft fällt auseinander und die Abteilung in ein tiefes Tal.

2. Von den Neunzigern bis zur Jahrtausendwende

Die Mannschaft fällt auseinander und die Abteilung in ein tiefes Tal – so endet der Zeitraffer der ersten rund dreißig Jahre TT-Sport im TSV Weinsberg, aber glücklicherweise nicht die Geschichte der TT-Abteilung. Hansjürgen Selter war der entscheidende Mann, der sich nicht entmutigen ließ und mit Stephan Wenzel als Stellvertreter und Jugendleiter einen genauso engagierten Mitstreiter fand. Gemeinsam brachten sie wieder Leben in die Abteilung, unter anderem durch die Ausrichtung überregionaler TT-Veranstaltungen.
Deutscher Länderpokal, württembergische Jugendmeisterschaften und als Höhepunkt die württembergischen Einzelmeisterschaften des Jahres 1983, als die Finalspiele in der Weibertreuhalle von mehr als 1.000 Zuschauern besucht wurden – da bewies die Abteilung echte organisatorische Meisterleistungen.

Auch sportlich zeigten sich wieder erste Hoffnungsschimmer: unter Jugendleiter Stephan Wenzel erreichten Jürgen Horansky, Rüdiger de Frenne, Peter Müller und Tilman Katz 1981 die Finalrunde der württembergischen Schülermeisterschaften. Und 1985/86 gelang sogar ein Dreier: Wiederaufstieg in die Bezirksliga durch die Herren sowie die Jungenmannschaft und auch die zweite Herrenmannschaft überzeugte als Meister in der Kreisklasse.

Neben regelmäßigen Freizeitaktivitäten wie Skiausfahrten wurde in diesen Jahren die Jugendarbeit groß geschrieben und 50 – 60 Jugendliche zeigten mit konsequentem Training, dass der TT-Sport in war. Und nicht nur die Breite stimmte, die Jungs und Mädels konnten auch was: die erste Jungenmannschaft spielte sich bis zur Verbandsklasse hoch, der höchsten württembergischen Jugend-Spielklasse. Von diesem Nachwuchs profitierte in 1994/95 auch die erste Herrenmannschaft. Drei Jahre lang konnten sich Weinsbergs Herren in der Verbandsklasse halten, obwohl sie als einziges Team ohne bezahlte Spieler aus Osteuropa antraten.

Im gleichen Jahr endete dann eine Ära im Weinsberger Tischtennis, als Hans-Jürgen Selter den Posten als Abteilungsleiter endgültig aufgab. Einen Nachfolger zu finden, der in diese großen Schuhstapfen treten wollte, war natürlich nicht einfach. Und so war im Nachrichtenblatt vom 21.04.1995 zu lesen … ein neuer Abteilungsleiter wurde in der Person von Walter Hagner gefunden, der für ein Jahr die Fäden in der Abteilung ziehen wird …

Das mit dem einen Jahr hat dann aber nicht ganz hingehauen, auch heute noch ist Walter Hagner die zentrale Stütze der TT-Abteilung. Doch zurück in die Mitte der Neunziger: das 50-jährige Jubiläum der Abteilung stand 1998 an und wurde im Kreise von 80 Besuchern, darunter den Gründungsmitgliedern Willi Schilling, Robert Deininger und Wilfried Epple, im Albvereinshaus gebührend gefeiert. Und noch einen Grund zum Feiern gab es in diesem Jahr: Thomas Wenzel wurde für seine jahrelange intensive Funktionärstätigkeit im TSV Weinsberg sowie auf Verbandsebene mit der Goldenen Ehrennadel des TTVWH geehrt.

3. Vom Jahr 2000 bis 2015

Pünktlich zur Jahrtausendwende hatte Weinsberg wieder ein Ausnahmetalent vorzuweisen. Der 14-jährige Matthias Hagner erreichte 2001 im Einzel und Doppel das Viertelfinale der deutschen Schülermeisterschaften. Auch in der Jungenmannschaft steckte Potential: nach einem souveränen Aufstieg in die Bezirksliga war der TSV im Jugendbereich endlich wieder überregional vertreten.

Dann bewies die Stadtverwaltung Weinsberg ihr Sport-Engagement und schuf eine ganz wichtige Grundlage für eine gute Zukunft der Hallensportart Tischtennis: in 2003 konnte die TT-Abteilung den Umzug von der Weibertreuhalle in die neu erbaute Rossäcker-Sporthalle feiern, die neben besseren Spielbedingungen vor allem zusätzliche Trainingskapazitäten und geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für Tische und Umrandungen bot.

Sportlich hatte man sich zu dieser Zeit zwar mit der ersten Herrenmannschaft in der Landesliga gut etabliert, die Abteilung schaffte es aber leider nicht in ausreichendem Maße, Jugendspieler an dieses Niveau heranzuführen. Bezeichnenderweise feierte der TSV 2006 und 2007 zwar Meisterschaften in der Senioren-Bezirksklasse, aber nicht mit den Jugendmannschaften. Als dann auch noch eine kleine Welle von Spielerabgängen zu verzeichnen war, musste die Erste 2010 in die Bezirksklasse zurückgezogen werden – erstmals seit 25 Jahren war Weinsberg nicht mehr auf TTVWH-Ebene vertreten.

Parallel dazu lief es auch auf der Funktionärsebene nicht rund. Walter Hagner stand 2008 als Abteilungsleiter nicht mehr zur Verfügung und ein Nachfolger war weit und breit nicht zu finden. Einzelne Abteilungsmitglieder waren zwar bereit, etwas zu tun, aber keiner wollte vorne stehen. Erst als ein neues Führungskonzept ausgearbeitet war, das die Arbeit mit klaren Zuständigkeiten auf mehr Schultern verteilte und sich auch heute noch bewährt, konnten alle relevanten Funktionen besetzt werden. Auch wenn sich in diesem Zusammenhang der eine oder andere Neue einbrachte, baute die Neustruktur auf die Pfeiler Beate Fischer, Walter Hagner und Heiner Bihlmaier. Alle drei sind vom TSV mit der Goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste ausgezeichnet, weil sie als Funktionäre über viele Jahre hinweg das Weinsberger Tischtennis geprägt haben und es hoffentlich noch viele Jahre tun werden.

Im sportlichen Bereich gelang es in der Saion 2011/12 endlich, die Seuchenjahre 2008 – 2011 zu beenden. Das erste zarte Pflänzlein war die Meisterschaft der Zweiten in der Kreisklasse A und im Folgejahr sorgte die Erste mit Meisterschaft und Aufstieg in die Bezirksliga dafür, dass der TSV nach dreijähriger Pause wieder auf Verbandsebene schmetterte.

4. Von 2016 bis heute

In 2016/17 dann ein Wechselbad der Gefühle. Um den rückläufigen Trend bei den Aktiven und Jugendspielern umzukehren, gehen TT-Verantwortliche in die Grundschulen und organisieren dort tt-spezifischen Sportunterricht. Parallel gelingt es, zusätzliche Betreuer und lizensierte Übungsleiter zu finden. Beides zeigt schnell Erfolge: seit Herbst 2016 finden sich im Jugendtraining zwei jeweils etwa 15-köpfige Trainingsgruppen aus Jungs und Mädchen, die zweimal die Woche engagiert trainieren. Im Aktivenbereich läuft es dagegen nicht so gut. Die erste Herrenmannschaft spielt zu selten komplett, um in einer starken Bezirksliga die Klasse halten zu können - Platz 9 von 11 Mannschaften bedeutet leider den Abstieg aus der untersten Verbandsklasse.

Zu allem Übel steht in der Folgesaison das bisherige Spitzenpaarkreuz mit Joshua Bauer und Mathias de Frenne wegen einer Auszeit nicht mehr zur Verfügung, was weitere Spielerabgänge nach sich zieht.

Aber aufgeben gilt nicht: auf unsere neu aufgebauten Jugendgruppen können wir stolz sein, auch wenn sportliche Erfolge noch einige Jahre intensiven Trainings erfordern. Darauf lässt sich aufbauen und deshalb gehen wir mit großer Zuversicht davon aus, dass die Tischtennisspieler auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil unseres TSV Weinsberg sein werden.

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